Nun zuerst einmal, was ist Kerb, Kerwe, Kirmes?
Laut Wikipedia:
„Kirchweih ist ursprünglich ein heidnisches Fruchtbarkeits- oder Erntedankfest, das später von der katholischen Kirche adaptiert und mit einem neuen Sinn versehen wurde. Im Mittelalter wurde Kirchweih als religiöses Fest anlässlich der Weihe einer christlichen Kirche gefeiert.
Im ländlichen Raum bildet die Kirchweih(Kerb) eine wichtige dörfliche Institution, mit den – zumeist jugendlichen – „Straußbuwe“ (wegen des oft kunstvoll verzierten Kirmesbaums), die das jährliche Fest organisatorisch tragen. Mittlerweile nehmen daran in vielen Dörfern auch Mädchen und junge Frauen teil („Straußmäd“).“
(Quelle: Wikipedia)
In Altenkirchen entstand die Kerwe aber aus einem anderen Grund, den die Zeitung „Rheinpfalz“ in einem Bericht aus dem Oktober 1986 darlegt.
Die Kerwe geht,wie man aus dem Zeitungsbericht entnehmen kann, also auf das Jahr 1839 zurück und hat somit eine lange Tradition.Wann sie aber ihre heutige Form angenommen hat, lässt sich nicht genau sagen. Die ältesten heute erhaltenen Bilder und Berichte stammen aus den 1920/30ern und zeigen die Straußbuben und den Erntedankumzug in Altenkirchen („Alekeije“).
Vorm Krieg ( bis 1936)
Unsere Kerwe ist heute, wie früher am Erntedankfest. Denn im Herbst hatten alle Bauern ihre Ernte vollständig eingebracht und konnten so mit ruhigem Gewissen, Knechten und Mägden zum Erntedankgottesdienst gehen und danach ausgiebig feiern. Oft war dies auch mit einem Markt auf dem Dorfplatz (Kerweplatz) verbunden, auf den die Bauern mit ihren Angestellten gingen. Denn dort waren Schausteller mit ihren Fahrgeschäften, aber auch Kaufleute und Händler anwesend. Es wurde Tuch, Wolle, Geschirr und dergleichen angeboten. Auf diesem Markt konnten sich die Altenkirchner mit den neusten Erfindungen vertraut machen und diese erwerben.
Seit ein paar Jahren wird der Erntedankmarkt wieder veranstaltet, allerdings nicht mehr in seiner ursprünglichen Form.
Bis wann der Erntedankumzug stattfand, ist leider nicht genau bekannt.Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und Ausbruch des 2.Weltkrieges (1939-1945) wurden Tanzveranstaltungen verboten, somit fand auch die Kerwe in dieser Zeit nicht statt.
Heute:( 1948 bis heute)
Abb. 4: hier eine „Reitschul“, im Hof von Beckerluje, heute steht das Haus von Zimmer Erna, Schulstr.2. auf diesem Platz
Nach dem 2.Weltkrieg blühte die Kerwe-Tradition wieder auf. Tanzveranstaltungen waren dennoch etwas Besonderes.
Früher fand die Kerb im Gasthaus „Sonntag“ (ehemals Richard Böhnlein von???? bis ????),
und im Gasthaus „Jung“ (Geisebäckersch – heute „Zur Kupfermine“) statt. Manche Jahre gab es sogar rivalisierende Straußbuwe im Ort.
Das Gasthaus „Zur Linde“ hatte lange Zeit keine Straußbuwe, bis Ende 1980 Anfang 90er(-1994). Seit 1995 findet die Kerwe im Gasthaus „Zur Kupfermine“ statt.
